Nach dem Tod der Queen: Das passiert in den nächsten Tagen

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Detaillierter Ablauf Nach dem Tod der Queen: Das passiert in den nächsten Tagen

Queen Elizabeth II. ist im Alter von 96 Jahren gestorben

© Frank Augstein / AFP

Die Welt trauert um Queen Elizabeth II. Mit 96 Jahren ist sie auf ihrem Anwesen in Schottland gestorben. Das hat einen detailliert geplanten Ablauf zur Folge, der nun in Gang gesetzt wird.

Der Tod von Queen Elizabeth II. hat in Großbritannien einen seit Jahren unter dem Codewort “Operation London Bridge” detailliert vorbereiteten Ablauf von Ereignissen in Gang gesetzt, deren Höhepunkt die Trauerfeier in der Westminster Abbey im Herzen Londons sein wird. Da die Königin in Schottland gestorben ist, wurden der Ablauf ergänzt durch spezielle Regelungen der “Operation Unicorn”.

Über einige Aspekte kann nur der neue Monarch König Charles III. entscheiden, andere stehen laut Experten und Medienberichten fest. Das ist der voraussichtliche Ablaufplan:

Freitag, 9. September

Rückkehr von König Charles III. und Königsgemahlin Camilla nach London, nachdem sie die Nacht auf Schloss Balmoral verbracht haben. 

Audienz des Königs mit Premierministerin Liz Truss, die damit in vier Tagen zwei Monarchen getroffen haben wird – solch einen Fall gab es noch nie. Erst am Dienstag war Truss von der Queen auf Schloss Balmoral empfangen und mit der Regierungsbildung beauftragt worden.

König Charles III. dürfte im Tagesverlauf die letzten Details der Trauerfeierlichkeiten beschließen. Bereits bekannt gegeben wurde die Dauer der Trauerzeit der königlichen Familie. Sie endet sieben Tage nach der Beisetzung der Queen und gilt sowohl für die Königsfamilie als auch für das Personal der Royals und die an königlichem Zeremoniell beteiligten Soldaten. Die königlichen Residenzen bleiben bis zur Beisetzung der Queen für Besucher geschlossen. Bis dahin sollen auch die Flaggen an den königlichen Schlössern auf halbmast wehen, mit Ausnahme der Königlichen Standarte, wenn der König anwesend ist.

Die Regierung gibt zudem die Dauer der Staatstrauer bekannt, die bei zwölf bis 13 Tagen liegen dürfte. Der Beisetzungstag wird ein Feiertag.

Die Flaggen werden landesweit auf halbmast gesetzt, in London läuten die Glocken, im Gedenken an die Queen werden im Hyde-Park und am Londoner Tower 96 Kanonenschüsse abgefeuert.

Der neue König Charles III. hält eine Fernsehansprache, die am Abend gesendet wird. Zudem gibt es eine Messe in der St. Paul’s-Kathedrale mit Premierministerin Truss und Kabinettsmitgliedern.

Samstag, 10. September

Ein spezielles Gremium, der Accession Council, tritt am Morgen im St. James-Palast zusammen und ruft Charles zum König aus. Die Proklamation wird zunächst durch den ranghöchsten Herold, den Garter King of Arms, verlesen. Danach fährt ein halbes Dutzend Herolde per Kutsche zum Trafalgar Square und anschließend zur Börse, um die Nachricht jeweils zu verlesen. 

Das Parlament schwört dem neuen Monarchen die Treue und spricht ihm sein Beileid aus. Am Nachmittag empfängt der König die Premierministerin und ihre Minister.

Sonntag, 11. September

Der Sarg mit den sterblichen Überresten der Königin wird im Auto von Balmoral nach Schloss Holyroodhouse in Edinburgh gebracht, die offizielle Residenz der Monarchin in Schottland. 

Montag, 12. September

Prozession zur St. Gilles-Kathedrale in Edinburgh. Gottesdienst mit Mitgliedern der königliche Familie. Auch das Volk dürfte voraussichtlich Gelegenheit erhalten, sich vor dem Sarg von Elizabeth II. zu verneigen.

Beide Parlamentskammern versammeln sich in Westminster Hall in London zu einer Gedenkfeier für die Verstorbene.

Der König begibt sich auf eine fünftägige Reise durch das Vereinigte Königreich. Als Erstes besucht er Schottland, in den folgenden Tagen Nordirland und Wales.

Dienstag, 13. September

Der Sarg der Königin wird wahrscheinlich mit dem Flugzeug nach London überführt und in den Buckingham-Palast gebracht.

Queen Elizabeth II.

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Ein angestellter des Buckingham Palastes hängt die Nachricht über den Tod der Queen an die Tore des Palastes. 

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Mittwoch, 14. September

In einer Prozession wird der Sarg vom Palast zum Parlament gebracht. In Westminster Hall wird er drei bis vier Tage lang auf einem mit purpurfarbenem Stoff bedeckten Katafalk aufgebahrt. Die Öffentlichkeit kann dort Abschied von der verstorbenen Regentin nehmen. Hunderttausende werden erwartet.

Montag, 19. September

Voraussichtliches Datum der staatlichen Trauerfeier in der Westminister Abbey mit Würdenträgern aus der ganzen Welt. Um 9.00 Uhr Ortszeit läutet die berühmte Glocke am Big Ben. Der Sarg wird um 11.00 Uhr in die Kathedrale getragen. Im ganzen Land ist eine zweiminütige Schweigeminute geplant.

Nach der Trauerfeier werden die sterblichen Überreste der Königin nach Schloss Windsor westlich von London gebracht. In der St. George’s-Kapelle findet ein Gottesdienst statt, anschließend wird die Königin in der Familiengruft zu Grabe getragen. Der Sarg ihres im vergangenen Jahr verstorbenen Mannes Prinz Philip wird umgebettet, um künftig neben dem der Queen zu ruhen.

jum/ Brigitte Dusseau/AFP

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